Man würde es ja nicht für möglich halten, aber Nigel Kennedy ist doch tatsächlich vor knapp drei Wochen hier in Regensburg aufgetreten. Und das auch noch bequeme zehn Fußminuten von uns entfernt im Audimax der hiesigen Universität. Da musste man ja schon zwangsläufig hingehen und sich von dem „Violinen-Punk“ akustisch verzaubern lassen. Zumindest trifft das für die erste Hälfte des Konzerts zu in der er Bach zum besten gab. Die zweite Hälfte bestand dann aus seiner zweiten Leidenschaft – dem Jazz. So sehr der Meister klassische Werke zur Vollendung bringen kann, so sehr missfallen mir seine Interpretation im Jazz. Den Begriff der Jazzgeige an sich finde ich ja schon aberwitzig genug. Aber wenn es ihm Spaß macht und man schon einmal in den Genuß gekommen ist, ihn „Die vier Jahreszeiten“ spielen zu hören, so würde man ihm selbst das Spielen von Led Zeppelin auf der Geige verzeihen können. Go on Mr. Kennedy!